Meineweh (VERBANDSGEMEINDE WETHAUTAL)

»In Meineweh hat mir der Fasanen Garten, der halb Kunst, halb Natur, und von den übrigen Gärten abgesondert war, vorzüglich gefallen.«
Gellert um 1758

Von Bonau aus spazierte Gellert gern nach Meineweh in die Kirche oder besuchte das Rittergut. Dort traf er auf lange mit seiner Familie bekannte Gutsbesitzer. Gellerts Vater, Christian, war um 1700 Hofmeister von Johann Dam und Adam Friedrich von Schönberg in Wingendorf (bei Freiberg) gewesen. Deren Mutter, Augusta Maria von Schönberg, geborene Marschall von Bieberstein, gehörte seit 1704 Meineweh. Drei Jahre später verwitwet, lebte sie vermutlich hier. Das Gut hinterließ sie 1748 ihrem Sohn Adam Friedrich, der aber kurz darauf starb. So fiel es an dessen Sohn Carl August. Der Obersteuersekretär hatte aber offenbar großes Interesse sowohl an der Landwirtschaft als an Gärten und ließ Ende des 18. Jahrhunderts zahlreiche Obstbäume, besonders Kirschen, anpflanzen.

Da das Städtlein Hainichen seit dem 15. Jahrhundert zum Schönbergschen Besitz gehörte, war Christian Gellert als Diakon an die Kleine Striegis geschickt worden und übernahm später die dortige Pfarrstelle. Seine Söhne setzten den Kontakt fort: Christlieb Ehregott, Naturwissenschaftler und Bergrat in Freiberg, vor allem mit dem möglicherweise in Meineweh aufgewachsenen Curt Alexander von Schönberg, Oberberghauptmann in Freiberg und Sohn von Augusta Maria. Für den Dichter jedoch scheint der Meineweher Rittergutsbesitzer Carl August von Schönberg ein angenehmer Gesprächspartner und Unterstützer gewesen zu sein, denn er notierte in seinen Lebensnachrichten: »Gott segne den Besitzer dieses Gartens, dem ich viele Dankbarkeiten schuldig bin.« Wenig ist über diese Beziehungen bisher bekannt und erschlossen.